Buch Cover

120 Seiten
ISBN 9783899937718









Schmerz und Demenz

Demenziell erkrankte Patienten äußern ihre Schmerzen anders, denn die Ursache für Verhaltensauffälligkeiten bei Demenzkranken können oft auch Schmerzen sein. Dem könnte man mit einer adäquaten Schmerztherapie begegnen und Psychopharmaka würden sich erübrigen.
Chronische Schmerzen und sonstige Schmerzen nehmen neuesten Studien zufolge mit dem Alter der Patienten zu. Manchmal können sie sich nicht mehr klar äußern, wenn die Schmerzen über Wochen und Monaten überhand nehmen, also chronisch sind. Meistens fallen sie durch aggresives, depressives oder unruhiges Verhalten auf. In Alten- und Pflegeheimen wird da zu oft zu Psychopharmaka gegriffen, anstatt zur Analgesie.

Alte Menschen gehen oft davon aus, dass Schmerzen zum Alter gehören. Daher ist es ratsam, bei demenziell erkrankten Patienten vermehrt auf Schmerzhinweise zu achten. Gerade die Körpersprache kann da sehr viel Auskunft geben, ob der Mensch aggressiv ist oder er nur Schmerzen hat.  Grimassen, eine auffällige Atmung, Ächzen, Stöhnen oder Weinen, lautes Rufen, traurige, ängstliche oder sorgenvolle Gesichtsausdrücke oder aber starre Haltung, geballte Fäuste oder angezogene Knie und auch das  Um-sich-schlagen gehören zu diesen Zeichen.
Ein Schritt in die richtige Richtung ist der zur Erfassung nonverbaler Schmerzäußerung entworfene  BESD-Fragebogen. Er war in vielen Einrichtungen sehr hilfreich und hat sich somit sehr bewährt.
Es gilt den Schmerz zu bewältigen und ihn nicht der Ruhe wegen zu dämpfen.
Daher auf die Signale schauen und mal mehr Analgesie verordnen.

Ich wünsche uns allen eine schmerzfreie Zukunft - auch im Alter.

hk 13.05.2011