Buch Cover

120 Seiten
ISBN 9783899937718









1. Nationales Podium für Pflegende in der Schmerztherapie

Am 09. und 10. November 2012 trafen sich Pflegeexperten im Schmerzmanagement in Göttingen zum ersten Nationalen Podium für Pflegende in der Schmerztherapie. Das Ziel dieses Podiums war es kompetente, schmerztherapeutisch tätige Pflegekräfte überregional zu vernetzen. Der Beruf des Schmerzexperten bekommt im Klinikalltag eine immer größer werdende Rolle und daher ist es wichtig, Möglichkeiten zu einem Austausch zu geben.
Im Einführungsvortrag ging der frisch gekürte Pain Nurse 2012 Raimond Ehrentraut (St. Joseph Stift, Bremen) u.a. auf den Ist-Zustand des Berufes ein. Es gibt in Deutschland sehr verschiedene Ausbildungswege zum Schmerzexperten, wie z.B. Pain Nurse/Pain Nurse+, Algesiologische Fachassistenz oder Pflegeexperte im Schmerzmanagement und das von unterschiedlichen Trägern und Organisationen.
Hierin ist der erste Schritt zu sehen und einen Standard zu schaffen: eine gesetzlich geregelte Ausbildung basierend auf dem Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege und dem Schmerzcurriculum DGSS, unter einem Namen zusammengefasst. Dies ist der schon lange überfällige Schritt in die richtige Richtung. Eine einheitlich festgelegte Fachausbildung bringt den über 10 000 Schmerzfacharbeitern Klarheit und auch ein richtiges Selbstbild für ihren Beruf und ihre Rolle im interprofessionellen Team.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist das Treffen in lokalen und regionalen Netzwerken, um sich vielfältig austauschen zu können.
Lothar Ullrich (Universitätsklinikum Münster) legte in seinem Vortrag seine Überlegungen zur Gestaltung des Berufes dar und wies auf wichtige Entwicklungen hin. Der demografische Wandel in unserer Gesellschaft fordert von der Pflege u.a. eine stärkere Berücksichtigung der spezifischen Belange der älteren Menschen in der Pflege, eine größere Kompetenz zur Pflege aller Altersgruppen. Neue Aufgaben erwachsen durch die neuen Anforderungen an die Pflege als eine Dienstleistungsbranche in allen Bereichen der Versorgung. Der Patient soll auf seinem Weg der Genesung versorgt, betreut und optimal an den nächsten Partner im Versorgungskreis übergeben werden. Das Spektrum der hoch komplexen Aufgaben in der Pflege wird immer breiter gefächert und anspruchsvoller. Das bedeutet noch mehr Qualifizierung durch Ausbildungen und Fortbildungen und dies in Zeiten des Spardrucks in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Hinzu kommt der große Personalmangel in dem nicht sehr attraktiven und schlecht bezahlten Berufsfeld, wo aus Kostengründen jede 7. Stelle gestrichen worden ist. Die Belastungen haben stark zugenommen, zu tragen von den Pflegekräften, die zu über 50% selbst über 50 Jahre alt sind. Da soll Zeit sein für eigene Fortbildung, Beratung und Schulung des Patienten und der Angehörigen, ein gelebtes Schmerzmanagement auf den Stationen, usw. ?
In den anschließenden Workshops haben die Teilnehmer zunächst versucht den momentanen Status zu analysieren und zu erfassen. Moderator Sebastian Hempfling half dabei die verschiedensten Aspekte eines Schmerzexperten zusammenzutragen, wie z.B. welche Qualifikationen es heute gibt , wie der Alltag heute aussieht, was wichtige Punkte in der Schmerztherapie sind und was sich noch ändern muss. Das Ergebnis war klar: eine einheitlich, modularisierte Ausbildung.
Einig war man sich auch über ein Folgetreffen im April 2013, an dem auch die Vorsitzenden der führenden Schmerzorganisationen teilnehmen sollen, um einen gemeinsamen Weg für den Beruf des Pflegeexperten im Schmerzmanagement zu finden.
An dieser Stelle möchten wir dem Key Account Management der Fa. Mundipharma danken, das uns die Plattform für das erste Nationale Podium ermöglicht hat.

1. Nationales Podium Gruppenbild